Gender Tender

DE BÄCKA IST EN MÖRDA Gendern ändern!

Liebe Freund/*_#Innen!

Typisch Deutsch? Wir machen unsere Sprache gerade wieder komplizierter, wo es viel einfacher ginge. Für mehr grammatische Gerechtigkeit zwischen den zwei oder mehr (das # oben stand übrigens für alles Diverse) Geschlechtern suchen wir nach passendem Ausdruck; das erinnert mich ein wenig an das fruchtlose Bemühen, ein Wort für „sattgetrunken“ (sitt?) zu finden. Ist kompliziert, nutzt keine Sau, außerdem sind grammatisches und physisches Geschlecht zwei Paar Schuhe.
Jemand hatte das Y als Lösung für Pluralendungen angeboten; Ärzty, Mördery, Fahrery. Nett, klingt wie Jodeln, ist aber an der Wurzel des Problems vorbeigedacht: unseren merkwürdigen deutschen Artikeln.
Warum haben wir drei sinnlose grammatische Geschlechter, die niemand aus anderen Ländern versteht? Der Tisch, die Uhr? Lasst uns das vereinfachen, wie im Englischen, das uns sprachlich nahesteht. Statt des englischen „the“ verwenden wir das altdeutsche und in vielen Dialekten ohnehin noch vorkommende „de“ (kurz gesprochen, wie in „Ende“). Also de Mann, de Frau, de Kind. Das finden wir sowieso in Dialekten, z. B. im Plattdeutschen: „Seggt de Mann to me“, seggt de Fru to me“. Dann wären wir die ganzen sinnlosen Zuordnungen zu Nomen los. Außerdem wären wir wieder näher am Englischen; auch dort gibt es eine Tendenz, besonders unter amerikanischen Schwarzen, das anstrengende Ti-Äitsch durch De oder Da zu ersetzen. Fragt mal einen Rapper: You are da man!
Wenn die Hauptwörter und Berufsbezeichnungen damit neutral sind, brauchen wir eigentlich auch keine neuen Pluralendungen. Wem aber das maskulin klingende „er“ (wie in Bäcker) nicht feminin oder divers genug ist: Wie wäre es mit einer Ersetzung durch „a“? Der Bäcka klingt wie Bäcker, zwei Bäcka auch, aber es trägt aber das feminine „a“ am Ende, wie in vielen romanischen Sprachen. Proletaria aller Lända, sprecht mehr Deutsch!
Damit wären wir die Artikel los. Ausländer würden leichter Deutsch lernen, wir sparen Papier, die Sonderzeichen hätten endlich Ruh.
Wie bitte? Die unbestimmten Artikel, die Pronomen, all das, was wir so konjugieren?
Eine/einer/eines könnten wir zu „en“ einschrumpfen, für alle gleich. De Bäcka ist en Mörda. Klingt niederländisch, wie een, und da geht es doch auch, außerdem ist es komplett geschlechtsneutral. Personalpronomen dagegen sind auch im Englischen und Italienischen ausdifferenziert, he/she/it, un/una, usw. Könnte man so lassen, obwohl es z. B. im Chinesischen lautgleich ist: 他 (ta, er), 她 (ta, sie), 它 (ta, es); klanglich in der gesprochenen Sprache nicht zu unterscheiden. Da haben uns die isolierenden Sprachen etwas voraus.
Hinter Präpositionen könnten wir, wie im Italienischen, die Präposition und den Artikel kontrahieren: De Hund vonne Mörda, de Frau mitte Hut. Über Casus dann lieber ein andermal, es müsste ja „vonnem Mörda“ heißen; obwohl …
Kann eigentlich auch weg, oder? Deutsch könnte so einfach sein!

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