Aus „DAS SCHNELLE LEBEN“ #Sonic

Konstantin in Marciola

Zentralkontinent, Volksmonarchie Marciola, Hauptstadt Marciolalisim, Nordviertel, Nationalmuseum des Volkes, 03:35 Uhr, 02.02.3095 n. G. G:

Konstantin erwachte im Inneren eines Gebäudes mit riesigen Fenstern.

Er richtete sich auf und ging an eines der Fenster. Was er erblickte, erstaunte ihn, denn die Stadt vor ihm war ihm unbekannt und von vielen Menschen bevölkert! Der Trubel so spät abends war auch faszinierend, auch wenn er keine Autos sah, dafür aber viel Licht, erzeugt von elektrischen Lampen. Nachdem er diese erste Überraschung überwunden hatte, sah er sich im Raum um. Im Zentrum des selben befand sich, auf der Spitze einer Stufenpyramide angebracht, ein leerer Altar. Dort musste sich einst ein wichtiger Gegenstand befunden haben, wenn die Menschen ein derartiges Gebäude wie dieses Museum drum herum errichtet hatten. Konstantin konnte sich gut vorstellen, was das für ein Objekt gewesen war, denn in der hiesigen Pyramide erkannte er eine Kopie jenes Bauwerks auf Angel-Island, wo sich einst der Master Emerald befunden hatte und dessen Wächter er bis zu seinem Verschwinden vor 10 Jahren gewesen war.

Angel-Island, die schwebende Insel, war von den Anthros der Echidna-Rasse erschaffen worden, um sich vor den Nachstellungen der Menschen zu schützen, und war noch heute ihr zuhause. Nur eines war seltsam. Diese Stadt konnte sich unmöglich in nur zehn Jahren entwickelt haben. Konstantin hatte nur eine Erklärung dafür. Der riesige grüne Kristall hatte nicht nur eine Reise durch den Raum gemacht, sondern sich auch durch die Zeit bewegt, was hieß, dass er diese Zivilisation wohl mitbegründet hatte. Plötzlich hörte er Schritte, die sich seiner Position näherten und da er nicht wusste, wie die hiesigen Menschen auf das Verschwinden des MasterEmeralds, der ihnen sehr wichtig zu sein schien, reagieren würden, musste er handeln.

Er brauchte ein Versteck und da die Pyramide kannte, wusste er auch, dass es im Innenren einen riesigen, geheimen Raum gab, zumindest, wenn dieses Bauwerk mit dem gleicher Machart in seiner Heimat übereinstimmte. Also drückte er eine bestimmte Kombination von Steinen unterhalb des Altars und wie vermutet schwang ein riesiger Brocken nach innen beiseite. Er trat hinein und schloss den Gang hinter sich wieder. Kurz harrte er aus und hörte, wie ein Alarm ertönte. Das Verschwinden des Kristalls war entdeckt worden. Schnell begab er sich nach unten, dem Fundament des Bauwerkes entgegen, vielen Treppen und Gängen folgend. Dort angekommen betrat er einen riesigen Raum, getragen von unzähligen Säulen, und fand etwas ganz Erstaunliches vor, das er den Vorfahren der hiesigen Menschen nicht zugetraut hatte.

An der hinteren Wand des Raumes stand ein Gerät, dass er nur aus Sagen über die Leute seiner Welt kannte und dessen Existenz wegen des schnellen Untergangs der Rasse nie hatte bewiesen werden können, bis jetzt. Die Vorfahren der Menschen dieser Welt hatten im Inneren der Pyramide, geschützt vor allen äußeren Einflüssen, ein Wissensarchiv in Form von digitalen Daten geschaffen, dessen Existenz ihren Nachfahren wohl nicht bewusst war. Nun hoffte er natürlich, dass es ihm weiterhelfen konnte und fragte:

„Ist eine baldige Rückkehr in meine Welt wahrscheinlich?“

Nach wenigen Augenblicken antwortete eine weibliche Stimme:

„Die Wahrscheinlichkeit von Reisen zwischen verschiedenen Universen beträgt unter ein Prozent und geschieht eher willkürlich als bewusst.“

Nachdem Konstantin dies verdaut hatte, wollte er wissen:

„Diese Option fällt also weg. Aber kann ich mich diesen Menschen zeigen, ohne dass sie sich verändern, so wie in meiner Welt?“

Die Computerdatenbank antwortete:

„In deinem Blut befindet sich nach wie vor das Virus. Es muss hier aber nicht dieselben verheerenden Folgen haben wie in eurem Universum.“

„Warum?“, fragte Konstantin erstaunt.

„Weil die Menschen hier schon von Anthros abstammen und erst vom MasterEmerald erschaffen worden sind. Deshalb weisen viele von ihnen eine natürliche Immunität gegen die AnthroSeuche auf.“

„Was also soll ich tun?“

„Dich ihnen offenbaren. Du gleichst ihrem Gott Weissbach und das könnte es dir leichter machen.“

„Das wird diese Welt verkraften?“, fragte Konstantin zweifelnd.

„Gut möglich“, erfolgte die sofortige Antwort.

„Diese Welt ist nämlich anders als deine.“

„Woher weißt du das?“, wollte Konstantin argwöhnisch wissen.

„Ich bin der fortschrittlichste Computer dieser Welt, ausgestattet mit einer künstlichen Intelligenz und das macht mich praktisch zu einem Lebewesen, nach der hiesigen Definition im Gesetz. Ich bin in der Lage Gedankenströme zu lesen oder was denkst du, warum ich so viel über die Außenwelt weiß. Laut deinen Gedanken waren die Menschen in deiner Welt sehr kriegerisch, was schließlich zu ihrem Untergang geführt hat. Diese hier führen zwar auch Kriege gegeneinander. Aber weltweite Gesetze verbieten hier den Einsatz von Massenvernichtungswaffen und verhindern sogar deren Entwicklung. Ein Land, das auch nur ansatzweise versucht, sich mit solchen Waffen einen Vorteil zu verschaffen, wird unter harte Sanktionen gestellt. Das kann bis zum Einmarsch fremder Truppen führen und das will niemand riskieren, da er sich dann mit Marciola anlegen würde, der Großmacht schlechthin auf diesem Planeten, zu vergleichen mit dem ehemaligen menschlichen Staat USA bei euch. Nur ist er nicht so aggressiv veranlagt und ist ein Königreich.“

„Also sollte ich mich wohl in Marciola offenbaren:“

Marciolalisim, Presse- und Medienzentrum, Gebäude 7, einen Tag später, 22:00 Uhr GST (Marciolalisim Standard Time)

„Wir begrüßen heute bei „Rs-TalkNight“ einen ganz besonderen Gast“, sagte sein Gegenüber.

Alle Blicke waren auf Konstantin gerichtet, dem die viele Aufmerksamkeit ganz und gar nicht behagte, aber es musste sein, wenn er eine Wiederholung der Geschehnisse verhindern wollte.

„Ich darf ihnen Konstantin the Echidna vorstellen, vielen besser bekannt als Weissbach.“

„Danke, Robbe. Ich habe ihre Talkshow gewählt, weil sie die höchsten Einschaltquoten auf dieser Welt hat. So erreicht meine Botschaft so viele wie möglich.“

„Die Hauptfrage, die alle interessiert, ist, ob sie der Weissbach unserer Mythen sind. Die Ähnlichkeiten sind verblüffend und die vielen jubelnden Menschen vor dem Gebäude denken, dass sie etwas zu verkünden haben, da Weissbach nur dann zu uns spricht, wenn etwas Großes bevorsteht.“

„Ich weiß und letzteres mag durchaus zutreffen. Durch die Hologramme in euren Bibliotheken habe ich herausgefunden, dass ich tatsächlich wie Weissbach aussehe. Diese Ähnlichkeit ist aber durchaus erklärbar.“

„Wie?“

„Eure Legenden lügen nicht. Ihr wart einst eine tierähnliche Rasse und und erst der MasterEmerald, ein Objekt unbekannter Herkunft, das plötzlich in meiner Welt auftauchte und dann hierher verschwand, schuf aus AnthroWesen Menschen, warum auch immer. Aber da er diese Kraft auch in die andere Richtung benutzt hat, in meiner Welt, kann Weissbach entweder die Erinnerung an euer früheres Dasein, ein sehr mächtiges, gottgleiches AnthroWesen oder eine Reflexion der Ereignisse in meiner Welt sein.

Seine Existenz mag unbestritten sein. Aber ich bin nicht euer Weissbach. Ich sehe ihm nur ähnlich.“

„Was seid ihr dann, einer seiner zwölf Boten?“

„Das trifft es wohl eher.“

„Und was hat Weissbach uns mitzuteilen?“

Obwohl er nicht die ganze Wahrheit sagte, blieb Konstantin bei dieser Halbwahrheit, da er so jene Menschen besser erreichen konnte, und vielleicht hatte ja der ChaosGott, der hier Weissbach hieß, ihn ausgewählt, um ein weiteres Aussterben der Menschheit zu verhindern.

Folglich entgegnete er ernst:

„Ich soll euch warnen.“

„Warnen? Wovor?“

„Bald wird eine Katastrophe diese Welt ereilen.“

Schockiert fragte RarKarl: „Eine Katastrophe welcher Art?“

„Eine Seuche könnte euch wieder zu dem machen, was ihr einst gewesen seid.“

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