Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Leipziger Allerlei

leipzig

Viele werden jetzt denken, seit wann schreibt ein Belletristiker einen Sachtext, womöglich sogar über Gemüse?

Nein, es geht nicht wirklich um Gemüse. Eher um Fußball. Denn ich bin ein Fan dieses Sports, schon seit ich denken kann. Ich habe in meiner Jugend selbst im Verein gespielt und aus dem Berchtesgadener Land stammend entscheidet man sich dann entweder für den FC Bayern München oder den TSV 1860. Ersteres war meine Wahl, das hat sich auch nie geändert und wird sich auch nie ändern. Aber um Bayern München soll es hier nicht gehen, sondern vielmehr um RB Leipzig, den von Mateschitz gesponsorten Brauseverein mit seiner kleine Schwester in meiner Nachbarstadt Salzburg.

Doch ist das wirklich nur ein vollgepumpter Kommerzverein ohne Charakter, der nun in der ganzen ersten und zweiten Bundesliga wildert und in Städten wie Karsruhe zum Beispiel massiv von so genannen „echten Fans, die den Fußball lieben“ bedrängt wird? Sogar im Mannschaftshotel in Baden mussten sich die Spieler und Verantwortlichen schützen lassen, um nicht tätlich angegriffen zu werden.

Als wirklicher Fußballfan muss ich eines sagen: Ich finde das Projekt RB Leipzig gut für den deutschen Fußball. Dieser Verein zerstört ihn keinenfalls, im Gegendteil – er ist zukunftsweisend! Nicht nur, dass Red Bull die Jugendarbeit bis weit über die Grenzen der Stadt Leipzig fördert, sondern weil das viele Geld wirklich dort ankommt, wo es hingehört.

Viele werden mich jetzt auch für einen Verräter halten, der es gutheißt, wenn Tradition stirbt. Welche Tradition denn? Finden Sie es etwa besser, dass ich gewisse Gewaltbereite in Sachen der „Ehre“ gegenseitig die Vereinsheime anzünden?

Die neunen Bundesländer haben weiterhin im Moment keinen einzigen Verein in der Bundesliga, alteingesessene Vereine wie Dynamo Dresden und Hansa Rostock schaffen es lediglich mit negativen Schlagzeilen über Ausschreitungen der eigenen Anhänger in die Schlagzeilen. Dies führte wohlgemerkt bei den Dresdnern zur Sperrung im DFB Pokal. Dass diese Clubs auch vernünftige Leute in ihren Reihen haben, ist mir schon auch klar. Man hört nur zu wenig von ihnen.

Aber nochmal zurück zu RB Leipzig. Geld regiert den Profisport, in England und Spanien wohl noch deutlicher als hierzulande. Wie viele Schulden der FC Barcelona und Real Madrid haben, muss ich nicht extra in Zahlen erwähnen. Red Bull sorgt neben den unzähligen Projekten für den Nachwuchs auch für gesunde finanzielle Verhältnisse und hat sich mit Drahtziehern wie Ralf Rangnick Fachleute an Land gezogen. In dieser Stadt und dem Zentralstadion gab es immer einen großen Fußballclub und im Gegensatz zu Bayer Leverkusen wurde der Firmenname sogar abgekürzt. Der VfL Wolfsburg steht im übrigen auch nicht wegen Erfolge aus den 70er Jahren und über Jahrzehnte hinweg an der 2. Stelle der momentanen Bundesligatabelle. Diese Errungenschaft kann wohl einzig und allein der FC Bayern vorweisen.

RB Leipzig wird auf lange Sicht in den nächsten 20 Jahren um die Meisteschaft mitspielen. Mit verkaufter Seele? Nein, garantiert nicht, denn sie werden Millionen mit gutem Fußball begeistern, nicht nur in Ostdeutschland. Sie tragen ihren Sponsor (abgeändert) im Vereinsnamen. Na und? Arabische Scheichs, in deren Länder Blogger zum Tode verurteilt werden stecken nicht dahinter. Ein Österreicher, der den Spitzensport auf allen Ebenen pusht steht hinter dem „Projekt“ RB Leipzig.

Ich finde ihn gut, diesen gesunden Verein in einer der schönsten Städte in unserem Land mit einem tollen Stadion und vielen Zuschauern. Ich wünsche RB Leipzig den Aufstieg in die 1. Bundeliga, am besten schon dieses Jahr.

Mein FC Bayern braucht Konkurrenz. Mit dem VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und hoffentlich RB Leipzig wird diese bunte Mischung Realität. Denn Geld regiert nicht nur die Welt, sondern lässt die Attraktivität der Bundesliga weiterhin in wachsen. Im Land des Weltmeisters von 2014 steckt noch mehr Potenzial als bisher angenommen. Dem ganzen könnte man in der Tat „Flügel verleihen“.

Mit den besten Grüßen

Roman Reischl

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am April 3, 2015 von in Lyrik.

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