Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Die Weltkarte

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Liebes Tagebuch,

ich sehe eine Karte dieser Erde. Die Menschen haben darin Grenzen eingezeichnet, künstliche Barrieren. Die einzelnen Länder haben eine eigene Farbe, dass man sie voneinander unterscheiden soll. Politische Linien, geographische Trennungen durch Flüsse und Gebirge. Wahrscheinlich haben sie jenseits davon noch nie mit einem dortigen Bewohner richtig gesprochen. Sie halten sich an Erzählungen und Klischees der Medien und anderer Zeitgenossen.

Wer nicht verreist, ohne die Gegend in ihrem Ursprung und der Einheimischen kennenlernen zu wollen, sollte am Besten zu Hause bleiben und so weitermachen und denken, wie er es bisher getan hat. Die Erde ist ein wunderschöner und vielseitiger Planet. Im Grunde genommen auch die Menschen, die darauf leben. Ich freue mich, dass durch die Zuwanderung bei uns das Land ein bisschen bunter wird und wir uns vermischen. Einige denken, dass Multi Kulti nicht funktioniert auf Grund von Religionen oder sonstigen Weltanschauungen. Seltsamer Weiße sind das immer diejenigen, die sich mit Asylbewerbern und Flüchtlingen gar nicht unterhalten, weil sie nicht einmal ein paar Brocken Englisch beherrschen. Sie bleiben unter sich, unterstellen das aber in Form von Ghettoisierung denen, die ihnen fremd sind.

Sie scheren alles über einen Kamm und werden wütend, wenn sich vom Krieg gezeichnete Leute hierzulande mit Fleiß etwas aufbauen wollen. Der Neid steht ihnen ins Gesicht geschrieben, das sie auf Grund ihrer eigenen Dummheit nichts zu Stande gebracht haben. Daher schüren sie immer weiter Hass. Selbst aber erwarten sie, dass sie im Urlaub willkommen geheißen werden und die Gastgeber womöglich ihre unwichtige Sprache auch noch verstehen und sprechen sollen.

Wir stammen alle von den selben Vorfahren ab, die durch Evolution entstanden sind. Der Mensch ist immer gewandert, von Ort zu Ort, ansonsten hätte er sich nicht weiterentwickeln können. Diese Spießbürger, die nicht vom Fleck kommen sind im Geiste nie vorangekommen, das merkt man schon, wenn man ihnen in die Augen sieht. Nationalisten, Konservative und Patrioten sind der eigentliche Abschaum der Gesellschaft, nicht die um Hilfe bittenden.

Ich habe auf der Weltkarte gerade die Grenzen wegradiert. Was ist geblieben? Weltmeere, Seen, Flüsse, Gebirge und Kontinente. Die Natur. Was ist weggefallen? Ein paar Striche. Ich bin sehr froh, dass ich nicht in Deutschland eingesperrt bin. Die Erde gehört uns nicht und wenn wir so weitermachen wie bisher, stößt sie uns irgendwann weg. Sie hat momentan allen Grund dazu. Was Besseres könnte diesem Planeten in der heutigen Situation ohnehin nicht passieren.

 

(c) Roman Reischl

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Januar 20, 2015 von in Prosa.

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