Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Generation X

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 half

 

 

Deutschland – dein Freund und Helfer

 

Wissen Sie, was das Schöne an Deutschland ist? Es ist nicht das Bier und mit Sicherheit auch nicht das Wetter. Vielmehr der Zusammenhalt, ein Nationalstolz seit dem Fußballfest im Jahr 2006, der wieder öffentlich gezeigt und zelebriert werden darf.

Ohne gleich als Nazi abgestempelt zu werden, kann man nun beruhigt Flagge zeigen: Am Balkon, in den Zügen, auf den Straßen.

Aaron lebte längere Zeit im Ausland. Als er nach Deutschland zurückkehrte, konnte er berichten, wie freundlich, ja sogar wie herzlich er in anderen Ländern aufgenommen worden war. Leider beseitigt das Alles nicht die unzähligen Missstände in diesem Land. Alleinerziehende, die Vollzeit arbeiten, können definitiv nicht mehr von ihrem Geld leben, Zeitarbeit beschert vielen einen Einschnitt im Lebenslauf, der sich gewaschen hat. Wenn es schon so weit ist, dass eine berufstätige Frau am Ende eines Monats Leergut sammeln muss, um Nahrung für sich und ihr Kind kaufen zu können, ist für Aaron der Tiefpunkt erreicht.

Es gab vor Jahren ein Wort namens „Sozialdemokratie“ in Deutschland. Die meisten Bürger und Bürgerinnen kennen diesen Zustand der Ausgeglichenheit nicht mehr. Reiche hinterziehen Steuern in der Schweiz und der so genannte kleine Mann bleibt tatsächlich auf der Strecke. Arrogante Politiker fordern ungelogen eine Heraufsetzung des Rentenalters auf 80 Jahre. Diesem Staat mit Steuern zu dienen, ist weniger mit Würde verbunden als irgendetwas anderes. Eine Schande jagt die nächste. Aus einer Demokratie hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte ein ekelhafter, widerwärtiger Kapitalismus entwickelt. Die Ellbogen der gut Betuchten stoßen die einfachen Leute einfach in eine Ecke. Menschen wühlen nach Ladenschluss in den Müllsäcken der Supermärkte, nicht nur in den großen Städten. Nein, das sind keine Penner – es sind Arbeiter!

Die einstige Mittelschicht schrumpft Tag für Tag. Statt gegen diese „Zustände“ zu investieren, werden mit deutschen Steuern Pleitebanken in ganz Europa gerettet. Die dortige Bevölkerung, ebenfalls längst ruiniert, sieht keinen Cent davon und geht zurecht demonstrieren. Die Jugendarbeitslosigkeit lässt nicht den kleinsten Hoffnungsschimmer.

Auch hierzulande sollte protestiert werden, ansonsten gibt es zwangsläufig irgendwann einen großen Knall…sprich Bürgerkrieg.

Sind unsere Landsleute so müde und satt? Müssen 6-jährige ein Handy besitzen? Warum werden Zuwanderer ungewollt ghettoisiert und dann wird sich über mangelnde Integration beschwert? Es ist uferlos, wie viel falsch und ungerecht in einem Staat gleichzeitig laufen kann.

Aaron sieht Deutschland seit der Wiedervereinigung als Herz Europas, aber als auch dessen Zahlmeister. Er ist einer von denjenigen, die sich so für Innen- und Außenpolitik interessieren, dass sie nicht mehr wissen, wen oder ob sie überhaupt noch wählen. Es bleibt meist nur das „kleinere Übel“ oder eine ergebnislose Protestwahl. Aufgrund dessen hat Aaron einen offenen Brief an die Gesellschaft verfasst, der keinem vorenthalten werden sollte, der etwas für dieses Land empfindet:

„Wach´ auf, steh´ auf!“

Diese klebrige Masse

Eingezwängt im Fernsehsessel

Helle Aufregung wieder einmal

Über das, was geschah

Anstatt selbst aufzustehen

Um mitzuhelfen

Diesen klappernden Karren gemeinsam aus dem Dreck zu ziehen

Scheinheiliges Gemaule

Letztendlich sich seiner wirklichen Stimme zu enthalten

Um sich dann zu beschweren

Dass keine Demokratie mehr vorherrscht

Wenn man seine Rechte nicht wahrnimmt

Wach auf, du Narr

Hör´ auf zu lamentieren

Ohne Reaktion und Gegenwehr

Auf dem sinkenden Schiff

Und Trash TV in der öden Bude

Wird Klugscheissen zelebriert

Volkskrankheit Verblödung, Ignoranz

Fremdenfeindlich vielleicht auch noch

Das Land fällt in die Depression

Während die oberen Zehntausend

Sich schelmisch vergnügen

Mit Ehrensold für Betrügereien

Ziehen sie uns den letzten Cent

Aus der leeren Tasche

Denn Kotzbrocken haben Ellebogen

Wie Adlerschwingen weit

Obgleich du weißt

Dass so etwas nicht gut ist

Auch dieser Augenblick

Dein Partner kommt von der Arbeit,

Wird dort gemobbt

Lässt es über sich ergehen

Weil es ohne zwei Gehälter

Mietrückstände gibt

Es wird langsam Zeit, steh´ auf!

Eine besondere Schicht

Steht nun auf dem Plan

Beginnen wir jetzt

Friedlich zu protestieren

Zu vermeiden, dass Brennpunkte eskalieren

Keiner möchte einen Bürgerkrieg

Nachdem der Nachwuchs bangen müsste

Ohne Ausbildungsplatz dazustehen

Der dir noch freigehalten wurde

Ist dein Kind dir das nicht wert

Werde ich dich imaginär teeren

Mit Federn aus der Stadt jagen

Weiter schreiben und provozieren

Um wachzuhalten

Was noch einigermaßen durchblutet ist

Und Deutschland etwas ärmer wird

An Schweissfüßen

Radikalen Dummköpfen

Fernsehbundestrainern und jeglicher

Art von geistigen Tieffliegern

Die ihre Karre polieren

Die sie sich gar nicht leisten können

Deshalb Pizza bestellen

Weil die Kochkunst

Bei Nudeln mit Ketchup aufhört

Dies geht auch nur dann

Wenn der Sachbearbeiter vom Sozialamt

Mitte des Monats den Vorschuss

Mit einem Gähnen überwiesen hat

Ich seh´ mir nun ein Bilderbuch an

Die schönsten Plätze der Erde

Lass die Kaffeetasse „Halb voll“

Einfach stehen, ich gehe hinaus

Mein Kind wird nie sagen

Dass ich an mir selbst vorbei lebte

Denn da draußen sind einige

Wenige, die sich ihre Flügel

Ebenfalls noch nicht stutzen ließen

Kastriert von diesen Machenschaften

Niemals wird aufgegeben

Auch ohne das Fundament

Der Pflastersteine zu lockern

Um sie dann zu werfen

Man erntet nur Tränengas.

Kurz nachdem Aaron diesen Text beendet hatte, lernte er zwei junge Männer kennen. Es handelte sich um Deutschtürken. Beide waren hier geboren und aufgewachsen. Natürlich interessierten sie sich sowohl für die deutsche als auch die türkische Politik. Durch den Jüngeren, er nannte sich Ümit, wurde Aaron bewusst, dass die Türkei ein ganz und gar demokratischer Staat ist. Erstmals zweifelte er nun auch an der seriösen Presse der Bundesrepublik, welche die Osmanen als Gottesstaat und in völlig islamischer Hand betrachtet. Nein, das ist nicht so. In keinem einzigen Gerichtssaal hängen Symbole des Islam und man schwört dort nicht auf Allah, sondern auf den Rechtsstaat. Merken sie etwas? In Bayern beispielsweise sieht man heute noch an den Wänden von öffentlichen Schulen und Krankenhäusern Christuskreuze. Ist es nicht dreist, die Türkei mit so einer Ausgangssituation als rückständig zu bezeichnen?

Wohl eher das Gegenteil ist der Fall…

 

USA – der amerikanische Traum

Immer wieder, allabendlich, aber erst nach der Tagesschau ist die Welt wieder in Ordnung. Falls das nicht eintritt, wird sie gewöhnlich von US – Amerikanern wieder in diese gebracht. Die vereinigten Staaten waren einst eine Hochkultur. Leider wurde diese von Europäern zerstört und die Nachfahren der eigentlichen Väter dieses Kontinents sitzen in gnädig zugewiesenen Reservaten. Nunja, sei es wie es will. Im Grunde genommen träumte Aaron in seiner Kindheit auch von Entenhausen, von mit Käse gefüllten Pizzarändern, Wolkenkratzern und dass seine Schule auch einen Abschlussball, ähnlich denen auf den High Schools, organisiert. In der Tat wurde er all die Jahre von Disney, Fast-Food-Ketten und Hollywood ganz gut bedient. Durchaus ist ihm heutzutage aber auch klar, dass Amerika weit mehr zu bieten hat als das alles.

Baptisten und Mormonen, die nicht wirklich wissen, was sie am meisten hassen: Den Islam, Homosexuelle oder Evolutionsforscher. Nun gut, diese Menschen sind nicht ANTI GEGEN ALLES. Drohneneinsätze und keine Krankenversicherung für Minderwertige…entschuldigen sie…minder Verdienende werden akzeptiert.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Juni 6, 2014 von in Kurzgeschichten.

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