Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Lügen

Lügen

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Alles begann damit, dass ich mir einmal konkret vornahm, mitzuzählen, wie viele Lügen einem Menschen täglich aufgetischt werden und welch Wahrheit letztendlich übrig bleibt. Das geht schon los, wenn man am Vormittag in den Supermarkt geht.

Der Discounter preist BIO – Produkte an. Meinen Sie allen Ernstes, dass diese Ware wirklich immer aus biologischem Anbau kommt?

Doch der Lügen nicht genug.

Ich schlage die Zeitung auf. Es wird über die Länder und Staaten berichtet, die für uns und unsere Wirtschaft von Vorteil sind. Sehr wichtige Ereignisse wie beispielsweise die Genitalverstümmelungen in Afrika werden uns bewusst vorenthalten. Verschweigen von Tatsachen ist auch eine Lüge.

Weiter geht es mit den tagtäglichen Notlügen: „Ich habe jetzt keine Zeit“. Klammer auf: Ich will einen Kaffee trinken und meine Ruhe haben. „Davon weiß ich nichts“, wenn es um simple Dinge im Arbeitsleben geht, nur um sich geschickt einem winzigen Konflikt zu entziehen.

Es gibt eine Statistik. Ein in einem normalen Umfeld lebender Mensch mit Arbeit, Familie und dem gewohnten Alltagstrott lügt pro Tag c.a. 200 mal am Tag – aus Zeitnot. Das ist wirklich wahr.

Der Mensch ist gar nicht mehr im Stande, seine vielen Flunkereien zu zählen. Es ist ein Automatismus, angeboren und im System der Gesellschaft erweitert und gezielt integriert.

Niemand wird uns auffordern, das einzustellen, denn manche kleineren Lügen gehen in unserer schnelllebigen Zeit genauso unter wie das Wesentliche.

Doch eines sollte dennoch bald besser funktionieren: Wahlversprechen, das Erlassen von Gesetzen und das Tun und Handeln von Politikern und Wirtschaftsbossen. Denn bei diesen Damen und Herren kommt glücklicherweise alles auf: Plagiate, falsche Forderungen vor und nach der Wahl und Gesetzesentwurfe.

Wir leben zwar alle miteinander in einem Lügenmärchen und wer den Menschen die Wahrheit ins Gesicht sagt, macht sich meist unbeliebt, aber: Pinocchio` s Nase wird immer länger. Irgendwann stößt sie an. Um diese abzusägen, bedarf es nur ein klein wenig mehr Ehrlichkeit, Mut zu protestieren und vor allem – mehr Zeit – für das Wesentliche. Ansonsten geraten wir irgendwann in richtige Not. Und wer sich erinnert: Münchhausen flog auf einer großen Kugel davon. Ich möchte lieber hier bleiben und versuchen, wenigstens ein kleines Stückchen alles wieder in Einklang zu bringen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Mai 23, 2014 von in Prosa.

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