Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Das Alphabet

Das Alphabet

BRAINSTORMING

zu jedem einzelnen Buchstaben

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Das Alphabet

 

A

Der erste Buchstabe. A wie der Anfang, an dem alles schwer ist. Oftmals ein Arschloch, das dir so manch Stein in den Weg legt. Die Christen beenden ihre Messe mit einem A..men. Schrieb deshalb Nietzsche den Antichristen? Mit einem „Aber“ beginnen die meisten Menschen ihre A wie Antworten. Hauptsache, man denkt bei einem A nicht an schlimme Dinge, beispielsweise den Adolf.

B

Schön rund geformt wie eine Breze. B wie Baldrian zur Beruhigung, wenn dich diese Bastarde mal wieder nerven. Der Plan B ist wichtig, nur allzu oft wird er herangezogen. Das B wie Berlin, Haupt- und Trendstadt gehört sicherlich zu den wichtigen Buchstaben.

C

C ist das lateinische K. Aus Caesar wurde das Wort Kaiser. Noch heute wird es an den Gymnasien der Republik wie ein K ausgesprochen. Optisch gesehen ein wirklich schöner Buchstabe, doch selten verwendet in unserer Sprache. Dafür gibt es nur die Bronzemedaille.

D

Deutschland, Demokratie und Darwin. Diese drei Schlagwörter sind das Erste, was mir dazu einfällt. Allesamt extrem wichtige Komponenten im Leben eines jeden Bürgers hierzulande, auch wenn es nicht immer astrein funktioniert.

E

Die Erde, unser aller Heimat. E wie das Erleben, aber auch das schwere Erdbeben. Endlich erwachsen, denkt man sich als Jugendlicher beim E wie Eintritt in ein gewisses Alter. E ist der zweite Vokal nach A im Alphabet und zeichnet sich mit Geradlinigkeit in seinem Aussehen aus.

F

Das F steht in den USA für Fahrenheit statt Celsius, wird aber dort über dem großen Teich meistens im unschönen Wort „FUCK“ angewandt. Dieselbe Bedeutung hat es im Deutschen erhalten. Doch auch schöne Dinge können und dürfen mit dem F in Verbindung gebracht werden. Wie wäre es mit „Fortschritt“?

G

An den Genuss denkt man geschwind, auch an die Germanen. G wie groß und gewaltig. Viel schöner noch die Gelegenheit und die Gabe. Auch solche Dinge wie Geschenke und Gemeinwohl beginnen mit einem schwungvollen G. Ganz genau!

H

Holocaust und Hass. Es wäre unangebracht, das H so zu verreißen, dennoch war es leider das Erste, an das ich Gedacht habe. Ebenso dieser Mann dort, dieser Hitler, mit Heil wurde er angesprochen auch noch. Lasst es uns vergessen. Begrüßen wir uns lieber freundschaftlich mit Hallo.

I

Die Indianer. Das I ist der dritte Vokal im Alphabet und ein wunderschöner Buchstabe, nicht nur im Deutschen. Independent, Incredible, Income… Ohne das I wäre die Sprache klanglos, nicht mehr bunt genug. Weiterhin fließt durch die schönste Stadt der Welt die Isar.

J

Jaja…heißt Leck mich am Arsch? Nein, die Südamerikaner benutzen es zur Freude. Juhuu, Juchee. Der Jubel an sich wird meiner Ansicht mit dem J verbunden. Allein dieses kleine Spielzeug aus den 80ern, zum Schreien: Jojo!

K

Karl der Große. Zu weit hergeholt? War aber der erste Gedanke. Karwoche. Nein, das interessiert mich als überzeugten Atheisten nicht. Klausur vielleicht. Naja, so weit kommt es bei den meisten nicht. Doch was anzumerken bleibt. Das K wie Kapitalismus regiert leider diesen schönen Planeten.

L

Leben und leben lassen. Ein sehr gutes Motto. Zwei Striche, wie ein umgedrehter Galgen, doch zugegebener Maßen recht eindrucksvoll in Schreibschrift. Nicht zu vergessen die LIEBE. Love and live your own interests!

M

Mama, Mutter, mein und dein Halt auf dem Wege. Fängt fast in allen romanischen und germanischen Sprachen mit M an. Was ist dem noch anzufügen? Macht sicherlich nicht, denn wir geben uns nur mit denen ab, die wir mögen, ja sogar lieben.

N

Nein! Oder doch? Die Nibelungensage, sie wurde uns eingetrichtert. Die Spanische Sprache beherbergt sogar zwei Formen des N. Wer sich´ s leisten kann. Das wichtigste Wort, das mit N beginnt, ist „Neu“. Denn für jenes sollte man aufgeschlossen sein.

O

Opa und Oma. Die beiden ersten besten Freunde! Oh wie ist das schön. Ohjemine, wie viel verschiedene Emotionen das O als vierter Vokal wohl noch beschrieben kann? Dem sind wohl keine Grenzen gesetzt.

P

Ja, Papa, nun bist du an der Reihe. Padre mio. Der männliche Paukenschlag. Was fällt einem noch Positives ein? Pause, Pizza, Patalavaca, Pistazieneis. Nun gut, nicht jeder mag das alles. Das P ist jedenfalls ein harter Kerl, bestimmt ein Mann.

Q

Eine Qual? Ganz sicher nicht. Quebec ist ein Traumreiseziel und dieser wohl außergewöhnlichste Buchstabe des Alphabets ist quasi dazu verpflichtet, immer mal wieder angewandt zu werden.

R

Sowohl mein Vorname, als auch mein Nachname beginnen mit R, somit muss ich ihm wohl eine besondere Ehre geben. Die Südländer rollen das R so traumhaft sexy, ob Mann oder Frau…Rrrrrrrrrrrrrr! Da kommt man in positive Rage.

S

Sehr schwungvoll, ob mit „ch“ oder ohne. Sieben Todsünden? Nein, wir sündigen viel mehr auf der Welt. Ich lasse das S jetzt sauber. Schließlich sind diese Sachen selbst mit sich auszumachen.

T

Theater. Haben wir genug davon, ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Von der Taufe bis in den Tod. Tatsächlich ist das T die genaue Form des Balkens, an dem Christus hingerichtet wurde. Tag für Tag erinnern uns die Christen an diese Tat. Wer´ s glaubt, wird selig. Tja…

U

Urlaub. Das Stichwort für das U, nicht wahr? Weiterhin ist mir „unter“ eingefallen, wurde jedoch nicht für so schön befunden. Eher dann Unterkunft und Uhr. Das U hat etwas Tiefes, Mystisches. Nicht umsonst was die Unke tief eingeschlossen beim Petruslius Zwachelmann im Räuber Hotzenplotz. Da werden Kindheitserinnerungen wach. Unter anderem.

V

Verdammt, verliebt, verlobt, verheiratet. Und noch mehr unzählige Verben leitet das V in unserer Sprache ein. Verbot, Verhängnis, Verließ, Vorne…wie gesehen auch Substantive und Adjektive. Das V war übrigens das lateinische U, die beiden Geschwister haben sich aber gut gehalten und sind allgegenwärtig.

W

Warum, wieso und weshalb? Das W steht im Deutschen in erster Linie für die Fragewörter. Was, dich interessiert das Alphabet nicht mehr? Wahnsinn, ist es doch so interessant und wirklich und wahrhaftig das, was man jeden Tag benutzt. Das ist die Wahrheit.

X

Xaverl, gerade haben wir beim Q über außergewöhnliche und selten verwendete Buchstaben gesprochen, da kommt doch dieses X auch noch dazu. Spontan fallen einem in diesem Zusammenhang die berliebten X-Gleichungen aus der Algebra Mathematik ein. X = die Lösung? Nein, bestimmt nicht, fix noch einmal.

Y

Ebenso wenig dieses Ypsilon, die andere Hälfte der Rechenaufgaben. Immer wieder stellte es sich in den Weg. Verflixt und zugenäht. Da erinnere ich mich lieber wieder an das Kindesalter und die Yps-Heftchen. Wer hat sie wohl nicht gelesen. Achja, die Generationen vor und nach uns.

Z

Zeitgeister und Zeitungen. Zwischenfälle und Zwänge. Nein, das Z ist nicht das Letzte, nur in der Reihenfolge des Alphabets. Die Zeit wird euch zeigen, auch euer Zodiac, dass es immer wieder weitergeht, es ist ein Kreislauf, eine Evolution. Darum könnte man theoretisch gleich wieder mit dem A weitermachen, alles von vorne beginnen. Das sollten wir aber unseren Kindern überlassen, denn irgendwann muss ein Ende her.

Darum schließe ich mit meinem Lieblingsbuchstaben ab:

 

ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

 

© Roman Reischl, Mai 2014

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Mai 18, 2014 von in Experimentielles Schreiben.

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