Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Fette Beute

Fette Beute

robben

In die Jahre bin ich gekommen. Der Dünnste bin ich auch gerade nicht mehr. Ich wälze mich am Strand und genieße jede Sekunde mit meinen Freunden. Meine Kinder findet jeder niedlich und süß, dennoch lebe ich immer in der Angst, jemand könnte ihnen etwas antun. So schnell könnte ich hier gar nicht laufen, ehe da einer daherkommt und Jagd auf mich und meine Familie macht. Alles schon passiert, ehrlich wahr. Egal, ob wir schwimmen oder uns in der Bucht tummeln. Manchmal denke ich direkt, die haben Abhörgeräte und wissen jedesmal genau, wo wir sind. Deshalb halten wir uns auch nicht die ganze Zeit an den gleichen Stellen auf. Das ist das einzige, was wir tun können. Manchmal fühle ich mich direkt hilflos,obwohl ich auf Grund meines Alters sehr viel zu sagen habe innerhalb der Gruppe. Ich weiß eben, worum es geht.

Naja,wie dem auch sei: Wir können trotz allem unser Leben genießen, schließlich haben wir alle keiner Fliege etwas zu leide getan. Das Leben ist einfach viel zu kurz, um Trübsal zu blasen. Einige Dinge kann man einfach nicht ändern und muss sie akzeptieren. Es kommt wie es kommt. Man kommt und man geht. Die restliche Zeit sind wir fette Beute für die, die stärker und mächtiger sind. Das war immer so und wird immer so sein. Das heißt aber noch lange nicht, dass man nicht abschalten kann. Wir halten einfach das biologische Gleichgewicht, damit die Herren da oben sehen, dass noch etwas funktioniert auf dieser Welt, ohne Gewalt anzuwenden. Wir holen uns, was wir brauchen und sind dann zufrieden. Ich denke, die protzigen Spießer waren keine Sekunde in ihrem Leben wirklich glücklich. Ich schon, auch heute. Jeder darf wissen, wie wir uns fühlen, denn im Gegensatz zu denen haben wir nichts zu verbergen.

Wir sind nicht einfach gestrickt, sondern schlauer, als die Herrschaften denken. Und eines noch: Wir sind viele. Hoffentlich zweifelt bald keiner mehr an unserer Gemeinschaft. Vom Robbenbaby bis zum ausgewachsenen Seelöwen. Wir liegen da, wo die oberen 10.000 viel Geld hinblättern, um dort hinzukommen. Glaubst du mir?

(c) Roman Reischl, Juli 2013

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Juli 24, 2013 von in Prosa.

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