Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Szenen

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EIN KURZFILM IN TEXTFORM

Klappe die 1.

Wirklich filmreif diese Selbstdarsteller. Das Internet, die Plattform der Egopages im sozialen Netzwerk. Du gehörst dazu wie ich auch. Mit Hintergrundbeleuchtung, digitalem Fotoalbum und womöglich noch einem eigenen YouTube Kanal, um sich noch weiter ins Rampenlicht zu befördern. Warum auch nicht? Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, nicht wahr? Die kleinen Werbefensterchen stören nicht die Spur. Ein geniales Szenario, Tag für Tag.

 

Klappe die 2.

Nach den Hippies kam der Punk, dicht gefolgt von Heavy Metal und dem Plastikpop. Witzigerweise wurden die Kleidungsstile all dieser dann von den Technojüngern zusammengefasst. Wer fühlte sich wohl nicht mindestens einer Bewegung zugehörig? Der Szenemensch setzt den Trend. Jammerschade, wer dies verpasst haben sollte. Ein buntes Szenario, sich überschneidend und einfach wunderbar.

 

Klappe die 3.

Im nächsten Akt meines Kurzfilms die Streitereien zwischen Männlein und Weiblein. So eine Zicke kann einem das Leben wahrhaft schwer machen. Doch auch ein unaufgeklärter Mann, der immer noch im altbackenen Rollenspiel lebt, macht die ganze Aufnahme kaputt. Kamera aus: Diese Szene muss noch des Öfteren geübt werden. Strom sparen und Verstand einschalten. Eventuell den Schauplatz wechseln.

 

Klappe die 4.

Mein Streifen ist fast in der Kiste. Nun geht es an die Details. Das erste Fazit ist positiv. Ob man nun jemandem eine Szene macht aus Wut, sich in einer bewegt, weil man klamottentechnisch  auffallen will oder der virtuellen Welt verfallen ist: Diese westliche Welt hat es in sich. Damit hier alles schön farbenfroh bleibt, verschieben wir die hässlichen Szenen in andere Gegenden dieses Erdballs. Krieg, Ausbeutung und Zerstörung soll nur auf der Leinwand sichtbar sein. Respekt, ein gekonntes Szenario. Es kam mir nur bisher nicht vor die eigene Linse.

ENDE

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am März 9, 2013 von in Prosa.

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