Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Die Woche

Die Woche

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Wenn die Wochentage sprechen könnten, was würden sie sagen?

Wäre es ein Tagesgespräch oder ein Gespräch über Wochen? Würde der eine eher zurückhaltend flüstern, während der andere in die Offensive geht und sich gar für etwas Besseres hält? Wie würden die Menschen dabei wegkommen? Sind sie an einem Montag geboren und hassen diesen Tag dennoch?

MONTAG

„Mit mir beginnt das ganze Treiben, die meisten ärgern sich über mich, da ich den Alltag wieder einläute. Dennoch bin ich einer der Wichtigeren, denn ich stehe für den Start und gebe den Menschen Woche für Woche die Chance für einen Neubeginn. Man kann sich aber auch über mich freuen, denn heute besteht die Möglichkeit, dass das Päckchen endlich kommt, das Lieblingsgeschäft wieder geöffnet hat und aufgeschobene Erledigungen endlich durchgeführt werden können.“

DIENSTAG

„Viele halten mich für bedeutungslos. Der ewige zweite, nur ein magerer Schritt weiter gen Wochenende. Jedoch profitiere ich von gestern, alles ist in Bewegung und das frohe Schaffen pendelt sich langsam ein. Ich gebe Ihnen die Möglichkeit, Ihre Entscheidungen vom Montag gegebenenfalls noch einmal zu überdenken oder Fehler zu revidieren. Im Übrigen habe ich normale Öffnungszeiten, morgen kann es Ihnen passieren, dass die Bankfiliale schon zur Mittagszeit die Schotten dicht macht. Überzeugt?“

MITTWOCH

„Meinen Namen habe ich nicht umsonst gewählt. Ich sehe mich als das Herz der Woche, die Hälfte der Arbeit ist geschafft, nur noch 2 Tage liegen vor den Arbeitern, um wieder die Freizeit genießen zu können. Ich bin der einzige Geselle in der Runde, der nicht mit -tag endet, denn ich bin weder Anfang noch Ende. Alles läuft wie am Schnürchen, ich sehe mich persönlich als eine Phase des Hochs. Einzig dem Karneval muss ich einmal im Jahr sagen, dass nun endlich Feierabend ist. Es ist dann endlich an der Zeit, dass die Herren Politiker einmal öffentlich richtig derbe ausgelacht werden“

DONNERSTAG

„Möchten Sie gerne heute nur einen halben Tag arbeiten? Ich biete in manchen Bereichen diese Möglichkeit an. Das beschert mir widerum so manchen Feind, der vor verschlossenen Türen steht. Aber das ist halb so wild: Ich neige dazu, öfter mal ein Feiertag zu sein und halte auch immer wieder im Hintertürchen mit meinem Kumpel Freitag offen, schon heute in ein verlängertes Wochenende gehen zu können. Sie dürfen auch nicht vergessen, dass in manchen Regionen nur heute noch ein Steak auf den Tisch kommt, denn morgen denken ein paar Wichtigtuer, es wäre sinnvoll, Fisch oder gar Mehlspeisen zu servieren.“

FREITAG

„Na? Fast geschafft. Ich weiß, dass ich nicht unbeliebt bin. Den gesamten Tag über freuen sich die Menschen, dass ihre Schicht endet. Ich bin das große Finale, der Endspurt. Heute Abend lassen es die meisten wieder krachen, denn dank meinem Nachfolger können sie morgen ausschlafen. Ich sehe mich als Dreh- und Angelpunkt zwischen Arbeit und Freizeit. Während ein paar Eingefleischte mich mit dem Tod in Verbindung bringen und zur Genügsamkeit aufrufen, bin ich doch etwas Besonderes für alle, nicht wahr?“

SAMSTAG

„Optimaler gehts nicht: Einkaufen gehen, Fußball, Zeit für die Familie und in der Regel gute Filme am Abend. Ich bin eine Mischung aus Sonntagsfaulheit und dem bunten Geschehen unter der Woche. Heute freuen sich die Leute über gestern, zelebrieren das HEUTE und sind beruhigt wegen morgen. Gar besungen werden meine Nächte.“

SONNTAG

„Da stehe ich nun, von der Mehrzahl dieser Menschheit heilig gesprochen, ein Tag der Ruhe und Einkehr. Für manche etwas zu ruhig. Ja ist denn heute gar nichts los? Doch: Enspannen Sie sich, denn morgen geht es wieder los. Überdenken Sie die vergangene Woche, lassen sie Revue passieren, was geschehen ist. Das ist wichtig. Es ist ja nicht so, dass gar nichts offen hat. Ich biete Ihnen die Möglichkeit, heute mit ihren Liebsten oder Freunden gemütlich irgendwo einzukehren oder einfach nur einen Faulen zu schieben. Auch Stille kann inspirieren.“

Das Resumé: Jeder Tag ist etwas Besonderes, egal wie er heisst. Das gilt übrigens nicht nur für die Wochentage, sondern für alles auf dieser Welt. Sie verstehen, was ich meine. Um zu erfahren, was die Monate eines Jahres so an sich haben, dürfen Sie gerne in der nächsten Zeit wieder mein Bloghaus besuchen. Vielen Dank!

(c) Roman Reischl, Januar 2013

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Januar 27, 2013 von in Prosa.

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