Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Konzert

Konzert

 lasershow

 

Die große Bühne

Selbstverwirklichung für jedermann

Multimediale Darstellung der eigenen Ideen

Die Pubertät wird zum Wunschkonzert

Mit wenig Bock auf Normalität

Mittelpunkt der Welt anstatt Regelmäßigkeit und Planung

Geformt durch peitschende Kampagnen

Wie eine Maschine, die Geld herauszieht

Aus den Taschen der Träumer

Von Blitzlichtgewitter und Ruhm

Es folgt die harte Rückkehr, der tiefe Fall

Kenntnisnahme, verblendet gewesen zu sein

Wenn es schon zu spät ist

Die Schule des Lebens verpasst wurde

Als wichtige Werte in die Abstellkammer verfrachtet wurden

Stillschweigend hingenommen von machtlosen Eltern

Legasthenie des Daseins, elegant vertuscht von Sozialnetzwerken

Und deren Präsentationsmodulen, den Profilen

Verzerrt durch frei zugängliche Bildbearbeitung

Eine Plattform der schüchternen Superstars

Die weder singen noch zeichnen können

Alles in Kauf nehmen, um in HD zu glänzen

Während sich der Staub auf den Schulbüchern absetzt

Immer vernetzt und dennoch so einsam

Wie ein wahrer Meister, der ein Stadion füllt mit Audienz

Obwohl er nach der Show weisses Pulver schnupft

Um seine Depression zu überdämpfen

Noch jubeln die Massen, Neid macht sich breit

Auf den erbärmlichen Egoisten

Der keine Freunde hat, sondern Groupies

Manager anstatt ein gesundes Elternhaus

Und mehrere Geliebte statt einem Partner mit Rückhalt

Es folgen sicher noch viele Konzerte

Doch wird eines das Letzte sein

Wenn die Lichter ausgehen

Kündigt der Sender die Verträge

Wie schade nur, dass nun weit in die Ferne

Die Liebe und Freundschaft entflohen ist

Verschmäht aus Geilheit zum Erfolg

Wobei vergessen wurde, dass das Ziel zum Glücklichsein

Einzig und allein die Intensivität der Beziehung ist

Egal ob Familie oder Ehe

Die Blume des Daseins ist bunt und einfach gestrickt

Es ist das Verlangen nach Geborgenheit und Schutz

Denn in den schlechten Zeiten

Bleiben die Plätze im Konzertsaal leer

Während zu Hause alle warten

Auf den Menschen, den sie respektieren

Auch wenn aus dem roten Teppich

Ein Hausflur wird mit wenig Licht

Stolpert man vielleicht über einen Teddybären

Aber nicht über den Sinn der Zeit, die uns geschenkt wurde.

Eine Sonate in Dur und Moll

 

 

© Roman Reischl, Dezember 2012

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Dezember 10, 2012 von in Lyrik.

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