Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Ich kann fliegen

Ich kann fliegen

Ewig bin ich jetzt hier rumgekrochen, ich erbärmliche Kreatur. Mein Bruder, der auf den Wiesen auf der anderen Seite des Flusses lebt, hat viel mehr Nahrung und Lebensraum. Ständig lebe ich in der Angst, getötet zu werden. Die, die stärker und größer sind als ich, sie treiben nur Unfug mit uns, wollen uns auffressen, wenn nicht gar ausrotten.

Ich puppte mich immer mehr ein und begann zu träumen. Von Gott und einer besseren Welt für mich. Irgendwann wachte ich auf und bemerkte: Es gibt keinen Gott, nur Willen, Geist und Liebe zum Leben, denn es ist Alles ungerecht verteilt. Mir wuchsen direkt Flügel nach dieser Feststellung. Ich muss mich deshalb nicht mehr verstecken und teilweise im Sand einwühlen. Meine Entwicklung war abgeschlossen.

Ich beneidete immer die Vögel, weil sie fliegen können, nun kann ich es selber. Menschen, die mich im Bauch haben, sind sprichwörtlich auch in der Lage dazu. Denn nach meinem Dasein als Raupe wurde ich letztendlich ein Schmetterling. 

Roman Reischl, März 2012

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am März 20, 2012 von in Lyrik.

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