Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Der Zug

Der Zug

Umso mehr Waggons er mit sich zieht, desto mehr Menschen kann er in sich erfassen. Oft ist er überfüllt und das Personal reicht nicht mehr aus, ist überfordert.

Abstrakterweise zu vergleichen mit dem Leben. Freut man sich über viele Anhänger, wird man manchen überdrüssig, da sie ächzen und quietschen und nicht mehr richtig mitfahren wollen. Da hilft die stärkste Lok nichts mehr.

Idealerweise sollte man in der Lage sein, diese abzukoppeln und aufs Abstellgleis zu stellen. Echte Freunde kann man in der Regel an einer Hand abzählen. Bei hohem Tempo und Hast kann man weiterhin schneller entgleisen und verliert plötzlich die Kontrolle über alle voll besetzten Wagen.

Bescheiden zu bleiben mit einem netten Zugführer und wenigen Fahrgästen bringt einen oft sicherer ans Ziel. Hauptsache, man kommt ein wenig durch die Lande mit vielen Stopps und ein bisschen Einkommen.

Das ist die Ästhetik der Genügsamkeit.

Roman Reischl, März 2012

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am März 19, 2012 von in Lyrik.

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