Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Pharma

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Die Geschichte Christine´ s beginnt damit, dass sie schon früh in der Grundschule Medikamente bekam – um bessere Ergebnisse zu erzielen. Für ihre Mutter war es selbstverständlich, ebenfalls täglich eine Aspirin einzunehmen. Nicht, dass sie Schmerzen hatte:

 

„Das ist gut für Herz und Kreislauf“, behauptete sie. Woher sie diesen Blödsinn hatte? Man weiß es nicht.

 

Fakt ist, dass Christine Tabletten von Kindesbeinen an als normal betrachtete. Der Alltag wurde von ihnen begleitet. Mit 15 Jahren wurden dem Mädchen vor einer Discothek synthetische Drogen angeboten.

 

„Das kann ja nur gut sein“, dachte sie. Noch mehr Spaß, keine Müdigkeit, kaum Ausgaben für Getränke während den tosenden Nächten. Die Anderen taten es doch auch.

 

Doch Christine blieb eines Tages auf diesen ganzen Präparaten hängen. Zwei Jahre untergebracht in der geschlossenen Psychiatrie, kannte sie ihre eigenen Verwandten nicht mehr.

 

Ihre medikamentöse Karriere ist nun mit fast 30 Jahren soweit, dass sie Beruhigungsmittel und Psychopharmaka nehmen muss. Teilweise hört sie Stimmen, manchmal sieht sie auch Dinge, die nicht wirklich da sind. Sie ist sich in keiner Situation mehr sicher.

 

Der Hersteller ihres Mittels besitzt einen Vertrag mit der Klinik und dem behandelnden Neurologen. Womöglich würde ein anderes Medikament wesentlich besser zu ihr und ihrem Körper passen.

 

Dabei begann doch alles so harmlos. Christine fehlt nicht nur am Arbeitsmarkt, sondern der gesamten Gesellschaft. Sie konnte wunderschön zeichnen, bevor sie dröhnten: Die Beats und die Tabletten.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Februar 4, 2012 von in Kurzgeschichten.

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