Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Das Amt

Das Amt

 

 

Patrick hatte einen Termin beim Sozialamt. Lange hatte er darauf warten müssen. Endlich war der Tag gekommen, die Pleite seines Gewerbes zu regeln und Unterstützung zu erhalten. Tage und Nächte hatte er in seinem Straßencafé gestanden. Alles für die Katz – denn die Gäste blieben auf Grund des strikten Raucherverbots langfristig aus.

Etwas frustriert schlich er durch die Gänge des grauen Staatsgebäudes. Auf einem bepolsterten Stuhl mit kalten Eisenstangen nahm er schließlich neben den anderen Wartenden Platz. Als er dort ausharrte, um einen Sachbearbeiter zu Gesicht zu bekommen, ereigneten sich plötzlich unvorhersehbare Dinge. Der Boden begann zu beben. Eine außergewöhnlich schwere Frau betrat den Gang. Sie hatte gerade auf der Toilette eine Bombe gelegt. Wortlos verschwand sie in ihrem Büro, um die Nachfurze in ihren Sessel zu lassen. Glücklicherweise war sie durch 30 Jahre Zugehörigkeit im Besitz eines Einzelzimmers.

Bestimmt galt sie sogar in Beamtenkreisen als Kollegen unzumutbar.

Patrick erschrak, als er sah, was sich da abspielte. Wenige Minuten später fing es nämlich an, dass Schweiß aus seinem Sessel tropfte. Es war Angstschweiß seiner Vorgänger, den er ungewollt durch die Wärme seines Arsches wieder flüssig machte. Zu guter Letzt atmete unser junger Freund noch eine Alkoholfahne ein. Der bärtige Rübezahl neben ihm wollte wohl weitermachen wie bisher. Man kann sich nun darüber streiten, ob seine Unterhose sehr lange an seinem Körper haftete oder ob er frisch eingeschissen hatte. Die Erkennung dessen bedarf „Wetten, dass…?“ Kentnissen.

Nun aber wurde Patrick´ s Zahl aufgerufen. Er wurde von zwei Mitarbeitern im Raum E 206 empfangen. Die junge Dame war etwas angeschlagen, aus beiden Ohren ragten Kugelschreiberminen. Ihr Gesicht war grün und sie notierte im selben Augenblick aus einer Boulevardzeitung das Horoskop für Stiere.

Der Sachbearbeiter selbst war eher seriös. Sein Gesicht war mehrfarbig, jedoch roch man, dass er in Auszeiten am Fenster ein nettes Zigarettchen durchzog.

Als dem Mann klar wurde, dass Patrick tüchtig war, flätschte er allerdings seine Zähne und biss unserem Freund kräftig in die Finger, bis er alles unterschrieben hatte. Darüber freute sich der Beamte so sehr, dass er sich sein Gehirn aus dem Kopf entriss und an die Decke schmiss. Vermischt mit dem Kaugummi hielt das Pünktchen eine Weile.

Leider fiel es noch während des Gesprächs auf dessen Tastatur.

Nun war die Scheiße am Dampfen, weil gar nichts mehr ging. Kein Computer mehr. Deshalb verlangte er, dass Patrick sich auszog. Er wollte ihn in den Arsch ficken, bis seine Sozialhilfe auf dem Konto eingeht.

Patrick tat es sehr weh, als er in ihn eindrang und er beschloss, entweder in Zukunft im Ausland zu arbeiten oder gar nicht mehr.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Februar 1, 2012 von in Kurzgeschichten.

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