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Roman Reischl (Autor)

Elektroschock

Elektroschock

 

Ein Werk, das die Szene beschreibt und wohl bis dato nicht an Aktualität verloren hat. Der französische DJ Laurent Garnier präsentierte ein Ausnahmebuch mit „Elektroschock“, denn er gibt „einen seltenen Einblick in eine meist verschlossene Welt.“ Zusammen mit David Brun-Lambert resümierte er die Epoche elektronischer Clubmusik, von Aufstieg und Fall einer an dröhnende Bässe, Rave, House, Techno, Exzesse und Ecstasy gekoppelten Jugendbewegung. Garnier wurde einer der ganz Großen dieser Bewegung, schließlich war er mit seinem Beginn hinter den Plattentellern 1987 von Anfang an mit dabei. Neben seiner Tätigkeit als Live DJ veröffentlichte er mehrere experimentielle Studioalben und wird in Deutschland oft auch als der „Sven Väth“ aus Frankreich bezeichnet. Beim Lesen in „Elektroschock“ wird so manch einer, der heute auf die 40 zugeht, an eine Zeit erinnert werden, die sie in der Form und modischen Aufmachung wohl so schnell  nicht wiedergeben wird. Wie einst Bukowski beschreibt Garnier teilweise seine eigenen Erlebnisse, bevor er ins Insiderwissen abdriftet. Durch seine nüchterne Sprachwahl können sich aber auch Leser, die der Technobewegung nichts abgewinnen konnten, ein wenig in das beschriebene Lebensgefühl hineindenken.

Nichtsdestotrotz ist dieses Buch mehr oder weniger nur ein „Muss“ für die in Erinnerungen schwelgenden Loveparadebesuchern und Clubgängern von einst. Die Neunziger – Deutschlands erstes Jahrzehnt in gemeinsamer Freiheit – im Zeichen der Generation X. Ohne diese würde es auch „Elektroschock“ wohl nicht geben.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Oktober 23, 2011 von in Sachtexte.

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