Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Der Code

Der Code

DAS HOTEL

„Der Zimmerschlüssel funktioniert schon wieder nicht! Das war gestern schon so, das ist eine Katastrophe!“

„Hören sie, guter Mann, der Auszubildende hat die Codierungsanlage noch nicht im Griff, entschuldigen Sie bitte vielmals.“

 

DER SUPERMARKT

„Ich habe jeden Artikel eingescannt, ich weiß wirklich nicht, warum die Kassenanlage jetzt einen falschen Betrag anzeigt. Es tut mir leid, ich hole auf der Stelle den Marktleiter.“

„Dann beeilen sie sich einmal, junge Frau. Ich muss in die Autowerkstatt und zu einem Abendmeeting. Sonst gibt es eine Katastrophe.“

 

DIE BANK

 

„Sie haben drei Mal ihre PIN-Nummer falsch eingegeben.“

„Schatz? Ich stehe am Geldautomaten. Ich habe den Code unseres Gemeinschaftskontos vergessen. Die Überweisung für die Miete geht heute nicht mehr raus.“

„Du hast ein katastrophales Gedächtnis, ehrlich wahr. Ich erledige das morgen.“

 

DAS RESTAURANT

„Ihr Service, mit Verlaub, ist eine einzige Katastrophe. Wir hatten zu den Austern einen 77er Chadonnay bestellt, sie bringen uns 79er. Wissen sie eigentlich, wer ich bin? Servieren sie jetzt bitte den Hauptgang. Vielleicht sind ja in ihrer Küche keine Pfuscher.“

 

DER FLUGHAFEN

 

„Verehrte Flugreisende. Der Flug LH 2403 nach Miami wird auf Grund schlechter Witterung storniert. Reisende werden aufgerufen, sich am Counter der Airline zu melden.“

„Schatz, ich habe die Reservierungsbestätigung mit dem Internet-Code nicht mehr. Früher war das einfacher. Was ist, wenn wir die Ersatzmaschine nicht bekommen? Dieser Urlaub geht ja schon katastrophal los.“

 

HAITI

 

„Wir werden und ein bisschen an die Zelte gewöhnen müssen, Maria. Gott sei Dank war Juan in der Schule, als es passiert ist. Die größte Erschütterung war in unserem Viertel.“

„Ich sorge mich hauptsächlich um das Wasser, Marco. Die Frauen an der Ausgabe sagten, es sei immer noch verfärbt.“

„Maria, schau, dass der Kleine seinen Schlaf bekommt. Ich stehe um 5 Uhr auf. Aus Europa und den Staaten sind für morgen drei Flugzeuge angekündigt. Ich seh´ mal, was ich bekommen kann. Schau, es kommt Hilfe aus der ganzen Welt. So ein Erdbeben geschieht nur alle hundert Jahre. Ich verspreche dir, wenn die Soldaten den Schutt weggeräumt haben, bauen wir wieder ein Haus und fangen von vorne an.“

„Du bist voller Zuversicht, mein Schatz!“

„Ja das bin ich. Mein Opa hat mir einst schon so eine Art Code für den Lebensweg gegeben: Mach aus Allem das Beste! Sonst wir eines Tages Alles zur Belanglosigkeit. Das wäre ja eine Katastrophe!“

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Oktober 4, 2011 von in Kurzgeschichten.

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