Roman Reischl Blog

Roman Reischl (Autor)

Elternpflichten

Elternpflichten

München Neuperlach: Monika geht seit einem Jahr in den Kindergarten. Ihre Eltern wurden bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass das Kind unterentwickelt ist, sowohl geistig als auch körperlich. Das Einschalten des Jugendamts war auf Grund einer geregelten Tätigkeit des Vaters bisher vergeblich versucht worden. Das Alkoholproblem der Mutter konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Deggendorf, Niederbayern, ländliche Gegend: Maximilian ist in der 2. Klasse der örtlichen Grundschule. Auf den Ratschlag der Klassenlehrerin, den Jungen auf eine Förderschule zu schicken, reagierten beide Elternteile mit rechtlichen Schritten und wurden außerdem beleidigend. Maximilian ist der einzige in der Klasse ohne Pausenbrot. Dafür hat er bereits mehrjährige Erfahrung im Umgang mit Videospielkonsolen und kennt die Sendezeiten aller Kinderkanäle im Fernsehen.

Stuttgart Degerloch: Michael besucht seit drei Jahren ein gemischtes Gymnasium. Seine Versetzung ist gefährdet. Seine in Vollzeit beschäftigte Mutter merkt nicht, dass ihr Sohn nahezu täglich nach der Schule in der Stuttgarter Innenstadt mit Mitschülern Alkohol konsumiert. Erst nach einem Polizeieinsatz wegen Belästigung von Passanten und Tätlichkeiten wird diese in Kenntnis gesetzt. Der Vater, wohnhaft in Mannheim und in einer neuen Beziehung, geht nicht auf das Kind ein, sondern droht ihm Prügel an.

Oslo, Norwegen: Familie Schroth, ursprünglich aus Bremen, ist vor der deutschen Justiz geflohen. Sie hatten beim Bundesland Bremen einen Antrag gestellt, ihre Zwillinge Jonas und Elias selbst unterrichten zu dürfen. Das Ehepaar hält die Schulpflicht für unangebracht und die Methoden des gesamten Lehrplans als veraltet. Beide besitzen weder ein Studium noch eine pädagogische Ausbildung.

Los Angeles, Kalifornien, USA: Soundsequenzenproduzent Louis Pennington zwingt seine fast erwachsene Tochter auf ein College in Wyoming. Obwohl das Mädchen ein anderes Studium auf Grund ihrer Interessen anstrebte, beharrt der erfolgreiche Unternehmer auf ein Medizinstudium.

Bombay, Indien: Für Damian, einem 8-jährigen Buben mit 9 Geschwistern besteht aus finanzieller Not keine Chance, in eine Schule aufgenommen zu werden. Auf Grund der Zugehörigkeit einer niedrigen Kaste wird er auch an staatlichen Einrichtungen abgelehnt. Dass Damian bereits zwei Instrumente erlernt hat und von einem europäischen Gutachter als hochbegabt in den Fächern Mathematik und Physik eingestuft wurde, bleibt unbeachtet. Seine Eltern nehmen sich nicht die Zeit, sich mit ihren Kindern auseinanderzusetzen. Die Familie muss im Gesamten mit umgerechnet 40 Euro im Monat über die runden kommen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Oktober 2, 2011 von in Sachtexte.

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